„Nein“ sagen – Wie Sie Grenzen setzen

„Nein“ sagen – Wie Sie Grenzen setzen

"Nein" sagen - Wie Sie Grenzen setzenBald ist es wieder so weit: Das Jahresende naht und es stehen jede Menge Agenden auf der To-Do-Liste. Und als ob man nicht ohnehin schon viel zu viel zu tun hätte, bittet einen der Kollege auch noch darum, einen kurzen Blick über die Präsentation zu werfen. Eigentlich würde man an dieser Stelle gerne „Nein“ sagen, da man selbst alle Hände voll zu tun hat. Doch warum tut man es nicht einfach? Ist es so schwer, ein Wort mit nur vier Buchstaben auszusprechen?

Fakt ist: Ein „Nein“ fällt in der Regel viel schwerer als ein „Ja“. Schließlich werden bekanntlich Kollegen, die immer zustimmen von allen gemocht und sind beliebt. Auch möchte man andere nicht vor den Kopf stoßen oder gar verletzen. Generell fürchtet man oft die Konsequenzen und will es aus diesem Grund allen recht machen.

Doch was ist der Preis dafür?

Es fängt meist klein an und wird dann zu einem immer größer werdenden Problem. Zuerst kommt ein Arbeitskollege mit einer kleinen Bitte. Doch auf die kleine Bitte folgt die nächste, dann eine weitere. Und das geschieht dann in der Regel nicht nur im Arbeitsumfeld, sondern setzt sich auch im privaten Bereich, in der Familie fort. Man verzettelt sich und am Ende ist man einfach nur überfordert.

Wenn Sie ständig Arbeiten und Aufgaben erledigen, für die Sie eigentlich gar nicht zuständig sind, dann bleibt Ihnen weniger Zeit für Ihre Agenden oder eben weniger Zeit für Ihre Freizeit. Ein Teufelskreis.

Deshalb: Lernen Sie „Nein“ zu sagen. Und wenn Sie das Wort nein nicht verwenden möchten, so finden Sie andere Wege, einem „Ja“ aus dem Weg zu gehen.

Hier unsere Tipps, wie Sie am besten „Nein“ sagen, ohne „Nein“ zu sagen:

1. Alternativen anbieten

„Ich kann zwar nicht die gesamte Präsentation layouten, aber ich kann das Endergebnis überfliegen“

„In dieser Woche passt es zwar zeitlich nicht, aber wie wäre es mit der nächsten Woche?“

2. Folgen verdeutlichen

„Vielen Dank für das Vertrauen, aber ich bin derzeit mit anderen Projekten eingedeckt“

„ Ich denke, dass XY qualifizierter dafür wäre. Schließlich hat sie/er schon einmal mit diesem Klienten gearbeitet“

3. Dramatisieren

„Ich bin zurzeit wirklich sehr eingespannt, sodass ich mich nicht ausreichend um die Agende kümmern könnte“

4. Spiegeln

„Ich kann ja verstehen, dass du Hilfe brauchst, aber der Chef hat dir das Projekt übertragen und vielleicht solltest du es zuerst selbst versuchen. Danach kann ich dir immer noch weiterhelfen“

5. Konsequent bleiben

„Es schmeichelt mir wirklich sehr, dass Sie mich für diese Aufgabe ausgewählt haben, jedoch steht dieser Termin schon seit Monaten fest und ich kann an diesem Tag wirklich keine Überstunden machen“

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere Phrasen, die Sie verwenden können. Manchmal kann es allerdings besser sein, wenn Sie nicht „um den heißen Brei“ reden, sondern einfach sagen, was Sache ist. Wichtig ist vor allem: Denken Sie immer an Ihr Wohlbefinden und Ihr Bauchgefühl. Schaffe ich die zusätzlichen Aufgaben, oder wird mir das schlussendlich zu viel? Ein „Nein“ ist auf jeden Fall einen Versuch wert. Und vielleicht hat der Kollege ja auch gar kein Problem damit, sich selbst an das Projekt zu setzen oder Sie haben ihm gar zum Schluss dabei geholfen, selbstständiger zu werden.